Für Dickdarmoperationen liegen für die aktuelle Periode aussagekräftige risikoadjustierte Infektionsraten von 79 Schweizer Spitälern vor. In diesen Spitälern konnten 6'804 PatientInnen überwacht werden. Die durchschnittliche Spitalinfektionsrate bei Dickdarmoperationen beträgt 11,6%.
Die tiefste risikoadjustierte Infektionsrate bei Dickdarmoperationen weist das Spital Männedorf auf (0,0% Spitalinfektionsfälle).
Folgende 8 Spitäler / Kliniken haben bei Dickdarmoperationen signifikant besser abgeschnitten (d.h. tiefere Infektionsraten):
7 Spitäler / Kliniken haben bei Dickdarmoperationen signifikant schlechtere Werte (d.h. höhere Infektionsraten). Das Inselspital Bern (Teil der Insel Gruppe) hat sogar ein hochsignifikant schlechteres Resultat bei Dickdarmoperationen. Die höchste in einer Klinik beobachtete Infektionsrate bei Dickdarmoperationen betrug 27,2%.
Verschiedene Erkrankungen wie Entzündungen (Divertikulitis), Tumoren oder Durchblutungsstörungen können eine Teilentfernung des Dickdarms (Kolektomie) erforderlich machen. Je nach Befund und Erfahrung des Operateurs wird der Eingriff offen oder laparoskopisch (minimal-invasiv) durchgeführt. Das minimal-invasive Verfahren vermeidet grosse Schnitte, was die Heilung beschleunigt und das Risiko für Narbenbrüche senkt. Da der Dickdarm natürlicherweise stark mit Bakterien besiedelt ist, sind Wundinfektionen in diesem Bereich trotz hoher Hygienestandards häufiger als bei anderen Eingriffen. In der Schweiz führen zahlreiche erfahrene Spitäler diese Operation mit hoher Routine durch.
Gemessen als Verhältnis zwischen erwarteter und beobachteter Anzahl von Infektionen nach bestimmten Operationen in einem Spital. Infektionen können vom Spital mit konsequenter Desinfektion, Antibiotikaprophylaxe und weiteren Massnahmen wirksam reduziert werden. Beachten Sie auch unsere Übersicht über die Infektionsraten in verschiedenen Kantonen.